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© Landshuter Zeitung, 11. Dezember 2026 – Zum Vortrag »Der neue Studiengang Architektur an der HAW Landshut – Lehre im Kontext der Bauwende« am 09. Dez 2025 um 19:30 h im „Salzstadl“ in Landshut.


Landshut, den 17.11.25Pressemitteilung – Stadtgestaltung mit Weitblick
Verein Architektur und Kunst e.V. Landshut fordert Masterplan für die Landshuter Innenstadt
Der Bausenat hat am vergangenen Freitag die Neugestaltung des Regierungsplatzes grundsätzlich auf den Weg gebracht. Die Verwaltung empfiehlt dort eine Reduzierung der Stellplätze, mehr Grün und eine deutliche Aufwertung der Aufenthaltsqualität. Fördermittel aus der Städtebauförderung stehen in Aussicht.
Gleichzeitig wurde im Zuge der Voruntersuchung richtig erkannt, dass der Dreifaltigkeitsplatz dringend eine Neuordnung erfordert. Nach der Fertigstellung der Baumaßnahmen am Moserbräu samt Tiefgaragenzufahrt wäre der Zeitpunkt hierfür denkbar günstig: veränderte Verkehrsstrukturen, klare Handlungsempfehlungen der Verwaltung, Drittmittel zur Wiederherstellung und eine üppige Förderquote (80:20).

Der Dreifaltigkeitsplatz ist einer der räumlich markantesten Orte der Altstadt mit einer spannenden Topografie. Vom Süden kommend öffnet sich nach dem ehemaligen Münchner Tor ein großzügiger Stadtraum mit klaren Blickbeziehungen – vor allem zur Kirche St. Martin. Die für die Landshuter Altstadt typischen bunten meist giebelständigen Fassaden fassen den Platz, während der Burgberg im Bereich zwischen Herzogskasten und ehemaligem Doblinger bis in die Stadt hineinwirkt. Der historische Herzogskasten ist eines der prägendsten Bauwerke am Platz. Dessen eigentliches Portal bleibt heute allerdings hinter Sträuchern verborgen. Die kleine Grünfläche davor dient kaum als Aufenthaltsraum; zwei Bänke, ein paar Blumen, Sträucher, ein Trafo, ein Findling mit Gedenktafel, während die Statue Herzog Ludwigs – jener Herrscher, der einst die Juden aus dem nahegelegenen Viertel vertrieb – den Platz dominiert. Hierfür ließe sich gewiss ein neuer Ort finden.

Trotz seiner unbestreitbar besonderen räumlichen Qualitäten ist der Platz heute überwiegend eine Verkehrsfläche. Parkende Autos dominieren das Bild, wertvolle Stadträume, die zum Verweilen einladen könnten, werden blockiert. Ein öffentlicher Platz für Menschen mit echter Aufenthaltsqualität, Raum für Begegnung und Gastronomie existiert hier faktisch nicht. Mit der Fertigstellung der angrenzenden Bauprojekte ist nun der Moment gekommen, diesen Platz neu zu denken – als Ort für Menschen, nicht für Autos. Eine zeitgemäße, grüne und offene Gestaltung könnte den Dreifaltigkeitsplatz zu einem urbanen Wohnzimmer und einem identitätsstiftenden Eingang in die Innenstadt machen. Jetzt oder nie!

Einzelne Umgestaltungen reichen nicht aus. Was der Innenstadt fehlt, ist eine durchgängige, vorausschauende und qualitätsvolle Gesamtplanung. Wir fordern daher nicht nur einen Wettbewerb für die Neugestaltung des Dreifaltigkeitsplatzes, sondern die Erarbeitung eines Masterplans Innenstadt, der alle Plätze, Achsen und Freiräume in ihrer Gesamtheit betrachtet und in einem klar definierten Maßnahmenkatalog festhält.

Dieser Maßnahmenkatalog würde es der Stadt ermöglichen, immer dann, wenn Finanzmittel frei werden, sofort den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung der Landshuter Innenstadt anzugehen – ohne jedes Mal bei null zu starten. Ein solcher Masterplan kann nur über einen qualitätsgesicherten Wettbewerb entstehen, der kreative und nachhaltige Lösungen generiert und der besonderen Sensibilität der historischen Altstadt gerecht wird .

Die Neugestaltung des Dreifaltigkeitsplatzes darf nicht daran scheitern, dass einige Stellplätze entfallen oder derzeit keine Mittel bereitstehen. Gerade die Innenstadt braucht eine Entwicklung, die sich am Menschen orientiert – nicht am Auto. Der Zeitpunkt ist günstiger denn je: Die baulichen Voraussetzungen sind geschaffen, die Defizite klar benannt und die Förderkulisse attraktiv. Ein Zögern würde eine Chance vergeben, die so schnell nicht wiederkommt.
Landshut verdient eine Stadtplanung mit Weitblick.
Mit einem klaren Gesamtkonzept, qualitätsvollen Wettbewerben und einer echten Vision kann die Stadt ihre historischen Räume stärken und für kommende Generationen lebenswert gestalten.
Karl Sperk
Architekt und Stadtplaner



»THE SPHERE« Kunstwerk und Mahnmal
Die Geschichte dieses Kunstwerks und Mahnmals wird anlässlich des 50. Jubiläums seiner Aufstellung und des 20. Jahrestags von 9/11 in einer Buchveröffentichung nachgezeichnet. Dank Ihrer Unterstützung des Crowdfunding-Projektes konnte das Buch am 20. Juni 2021 erscheinen! (Siehe: THE SPHERE – Vom Kunstwerk zum Mahnmal).