april 2017

Ganslberg muss der Stiftung Koenig erhalten bleiben - ein Appell

Offener Brief des Vereins an Stiftungsrat, Stadtrat, Oberbürgermeister, Regierung von Niederbayern, Landrat, TU München, Akademie der Bildenden Künste München und Skulpturenmuseum – sowie an die Medien

Sehr geehrte Damen und Herren,

Fritz Koenig und Ganslberg gehören untrennbar zusammen. Die Hofstelle bei Altdorf hat sich der Künstler Anfang der 1960er-Jahre nach seinen Vorstellungen gebaut und zu seinem Lebens- und Arbeitsraum gemacht. Der Ganslberg mit seinen großflächigen Wiesen und Wäldern hat ihn inspiriert und im offenen Skulpturenpark erhielten seine Bildhauerarbeiten durch Bewitterung ihre charakteristische Patina. Viele dieser Skulpturen sind dem Ort nach wie vor untrennbar verbunden. Der Ganslberg ist Ausdruck der Persönlichkeit Koenigs, seines Lebens, seines Wirkens, seiner Geschichte. Wer den Menschen und Künstler Fritz Koenig und seine Frau Maria Koenig verstehen will, muss den Ganslberg erleben. Es wäre unverantwortlich, diese Anlage aus dem Stiftungsvermögen zu lösen und zu verkaufen. Wir appellieren deshalb dringend an die Verantwortlichen, den Ganslberg im Sinne Koenigs zu erhalten und zu nutzen. Sich auf die anfallenden Kosten zu berufen, wäre zu kurz gegriffen und dem Andenken des bedeutenden Künstlers nicht angemessen. Hier Partner im Bereich der vielfältigen Kulturförderungen zu finden liegt in den Händen des hochkarätig besetzten Stiftungsrates.

Es gibt bereits den Vorschlag, den Ganslberg zu einem kreativen Ort zu entwickeln, der in Verbindung mit dem Skulpturenmuseum als bewahrendem Ort neue Möglichkeiten der Kulturvermittlung eröffnet. In aktiver Auseinandersetzung mit Ort und Werk könnten beispielsweise angehende Bildhauer sich vom Lebenswerk Koenigs inspirieren lassen und Ganslberg als Lebens- und Arbeitsort auf Zeit nutzen und damit auch das kulturelle Leben Landshuts und der Region bereichern. Eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München, wo Koenig lange Jahre plastisches Gestalten lehrte, bietet sich an. Die Stiftung, die Stadt Landshut und die Institutionen des Freistaates Bayern tragen eine große Verantwortung für das kulturelle Erbe nicht nur dieser Region.

Wir bitten die Verantwortlichen, alle Möglichkeiten verantwortungsbewußt und weitsichtig zu prüfen und Ihre Entscheidungen im Sinne der Allgemeinheit zu treffen!

Mit freundlichen Grüßen,

architektur und kunst e. v. landshut

1.Vorsitzende

Dipl.-Ing. Architektin Barbara Anetsberger